Geschichte  

 

Gymnasium Gars eingeweiht: Warum der „Fuchs-Bau“ ein Juwel in der Schullandschaft darstellt

Stand: 16.04.2024, 05:20 Uhr

Von: Karlheinz Rieger

Feststimmung in Gars und im Landkreis Mühldorf: Das neue Gymnasium feierte seine Einweihung. Warum es optisch als „Juwel“ in der Bildungslandschaftund in vielen weiteren Punkten als zukunftsweisend gilt.

Gars – 35,4 Millionen Euro hat der Landkreis Mühldorf in das neue Hauptgebäude des Gymnasiums investiert, sehr zur Freude des Lehrpersonals und der gut 800 Schülerinnen und Schüler, die bereits seit Beginn des Schuljahres von den verbesserten Unterrichtsbedingungen profitieren. Diese positive Stimmung wurde auch in den musikalischen Beiträgen unter Leitung von Oberstudienrat Martin Gutensohn anlässlich der offiziellen Einweihung der neuen Räumlichkeiten spürbar und zog sich durch alle Redebeiträge. Hier wurden vor allem die besonderen Vorzüge des „Fuchs-Baus“ gewürdigt, als den der neue Komplex in Anspielung auf zehn Jahre Beteiligung des ehemaligen Schulleiters Gunter Fuchs mehrfach scherzhaft bezeichnet wurde.

Aus Sonderfall wurde ein Glücksfall

Von einer echten Mammutaufgabe sprach Landrat Max Heimerl in seiner Festrede, die seiner Freude über das Gelingen Ausdruck verlieh. Viele Termine und Abstimmungen seien nötig gewesen, um nach elf Jahren Planung und Bau das Werk erfolgreich vollenden zu können. Die optische Erscheinung, die in der Folge der Veranstaltung Schülersprecherin Annika Ott an ein Kreuzfahrtschiff erinnerte, das täglich seine 800 Passagiere in sich aufnehme, sei in Gars ein Juwel in der Bildungslandschaft, so Heimerl, ein Highlight im Bereich des Landkreises Mühldorf, wie es ein vergleichbares in absehbarer Zeit hier nicht mehr geben werde. Erscheinungsbild und vor allem die neuen Energiestandards seien herausragend. Achtmal weniger Energie als im alten Gebäude werde zum Beispiel jetzt verbraucht. Der Altbau wird derzeit nach und nach abgerissen. Aus dem komplexen Sonderfall, als im Schuljahr 1972/73 die damalige Klosterschule zum staatlichen Gymnasium wurde, sei nun mit dem neuen Hauptgebäude ein Glücksfall geworden.

Kein Wunder, dass sich auch Schulleiter Julian Zwirglmaier stolz und überglücklich zeigte über das Gelingen dieses Mammutprojektes mit besonderer Atmosphäre, in dessen Räumlichkeiten er sich mit der gesamten Schulfamilie absolut wohlfühle. Auch die Attraktivität des Schulstandortes für Auswärtige sei damit weiterhin gewährleistet.

 Verbindung von Tradition und Moderne

Viele lobende Worte fand auch die neue Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-Ost, Birgit Korda, bei ihrem ersten Außentermin im Amt. Als Altphilologin durfte ein Ausflug in die Antike nicht fehlen. In Anspielung an die drei Anforderungen des Baumeisters Vitruv an ein gelungenes Gebäude im vorchristlichen Rom stellte sie fest, dass sowohl Utilitas (Funktionalität), Firmitas (Stabilität) und Venustas (Anmut und Schönheit) in vollem Umfang mit den modernen Lernanforderungen durch IT-Tafeln oder flexible Lernräume verbunden worden seien. Die Verbindung von Tradition und Moderne sei gelungen, die Zukunft des Standortes Gars gesichert.

Humoristisch würzte Bürgermeister Robert Otter mit eigenen Schulerinnerungen sein Grußwort und in dem er nicht mit Lob für alle Beteiligten sparte. Es sei eine Ehre für Gars, eine solche Schule vor Ort zu haben. Gespannt sei er, wie sich das Ortsbild nach dem Abriss des alten Gebäudes präsentieren werde.

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 Bohren für das Garser Gymnasium: Darum fällt der Neubau so aus dem Rahmen

18.09.202019:35

  Die Baustellenkamera zeigt eindrucksvoll, welch gewaltige Ausmaße die Grundung des Neubaus für das Garser Gymnasium annimmt. Nein, am Gymnasium Gars wird keine U-Bahn gebaut. Es sieht zwar so aus angesichts der Wand aus 159 Bohrpfählen. Weitere 114 Gründungsbohrpfähle wurden bis zu 22 Meter in die Tiefe getrieben – weil der Neubau auf einer instabilen Eiszeit-Endmoräne steht. Das Vorhaben ist noch aus anderen Gründen eine Besonderheit.Gars – Im Sommer 2023 soll der vierstöckige Neubau bezugsfertig sein. 35,4 Millionen Euro investiert der Landkreis Mühldorf. Auf einem traditionsreichen Bildungsplatz, dessen Geschichte 1582 mit der Lateinschule der Augustiner Chorherren begann, entsteht eine hochmoderne Schule. Sie setzt Akzente – auch durch eine Gestaltung, die sich nach Angaben von Schulleiter Gunter Fuchs von der starren „Zellenarchitektur“ (Flur mit links und rechts abzweigenden Klassenzimmern) abwendet und moderne Unterrichtsformen ermöglicht – in zwischen den Klassenzimmern liegenden offenen, flexibel nutzbaren Räumen für Gruppenarbeiten und Projektteams.

Ein Schulcampus entsteht

Der Neubau entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Werkstätten des benachbarten Klosters. Wenn das Gebäude fertiggestellt ist, wird auch noch der Altbau des Gymnasiums entfernt. Aus dem sogenannten Neubau, welcher als Flachdachbau von 2006 bis 2008 vom Landkreis generalsaniert wurde, dem Erweiterungsbau des Jahres 1988 und dem neuen Hauptgebäude entsteht ein neuer Schulcampus – in Nachbarschaft zum unter Denkmalschutz stehenden Kloster des Redemptoristenordens.

Von 1899 bis 1972 führte dieser die Schule als privates Gymnasium, dann übernahm der Landkreis Mühldorf. Im Schuljahr 2022/23 begeht die Bildungseinrichtung das 50-Jährige als staatliches Gymnasium. Ein Jubiläum, das Schulleiter Fuchs wohl noch mitfeiern wird, nicht aber den späteren Umzug.

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Im neuen Hauptgebäude werden im Untergeschoss, das zum Roten Platz hin ebenerdig ist, die Mensa mit Aufbereitungsküche, eine Aula mit großem Saal und Aufenthaltsbereich, in den weiteren Stockwerken Fachräume, die Büros der Schulleitung und -verwaltung, das Lehrerzimmer, das Sekretariat und – unter dem Dach – die offene Ganztagsschule mit Aufenthaltsräumen und das „Schülerlabor“ untergebracht werden, in das auch die am Gymnasium Gars stark vertretene Robotik einziehen soll, berichtet Fuchs. Zur Verfügung stehen insgesamt 4715 Quadratmeter zuweisungsfähige Nutzfläche. (OVB)

       

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 Pater Edmund Hipp wird neuer Rektor in Gars

Unser bisheriger Provinzial P. Edmund Hipp übernimmt ab 1. Juni 2023 die Leitung des Klosters Gars am Inn im bayerischen Landkreis Mühldorf. Damit hat die größte Kommunität unserer Ordensprovinz einen neuen Rektor.Zu den wchtigsten Fragen der neuen Leitung unserer Ordensprovinz zählte von Anfang an die Frage, wer die Aufgabe des Rektors unserer Klostergemeinschaft in Gars am Inn übernehmen könnte. Relativ schnell fiel im Provinzrat die Entscheidung, mit dieser Aufgabe den bisherigen Provinzial unserer Ordensprovinz, P. Edmund Hipp, zu betrauen. Da er der Provinzleitung nach wie vor angehört, war er in diese Entscheidung in direkter Weise miteingebunden. 

Gars am Inn ist für unsere Ordensprovinz eine sehr wichtige Niederlassung. Mit derzeit 18 Mitgliedern (11 Patres und 7 Brüder) handelt es sich nicht nur um unsere größte Kommunität. Die Niederlassung hat auch eine breite Streuung von Aufgaben-Schwerpunkten: Pastoral vor Ort und pastorale Aushilfen in der Umgebung, Krankenstation für ältere Mitbrüder, Institut für Lehrerfortbildung, Klostergärtnerei usw. Hinzu kommt die Sorge um die große Klosteranlage, die bis zur Säkularisation 1803 ein Augustiner-Chorherren-Kloster war und 1858 uns Redemptoristen anvertraut wurde. Diesbezüglich wird in den nächsten Jahren auch die Herausforderung zu lösen sein, wie der Gebäudekomplex in Zukunft sinnvoll genützt werden kann. Ferner ist in Gars die größte Bibliothek unserer Ordensprovinz und das Provinzarchiv für den Bereich Deutschland untergebracht. Aufgrund der Vielfalt der Aufgaben-Schwerpunkte gibt es im Kloster Gars eine ganze Reihe von Angestellten. Neben den Mitbrüdern ist der Rektor von Gars auch ihr Vorgesetzter. 

P. Edmund Hipp übernimmt also ein breites Verantwortungsfeld, für das er aber durch seine bisherigen Tätigkeiten bestens vorbereitet ist. Geboren in Fridingen an der Donau, war er ursprünglich Verwaltungsbeamter, bevor er in unsere Ordensgemeinschaft eintrat und nach Abitur und Theologiestudium 1992 zum Priester geweiht wurde. Danach wirkte er als Direkter unseres damals noch bestehenden Internats in Gars, als Verwaltungsleier des Klosters und als Pfarrer und Leiter des Pfarrverbands Gars. 2005 wurde er zum Provinzial der damaligen Provinz München gewählt und hatte diese Aufgabe zehn Jahre lang inne. Danach war er Rektor unserer Niederlassung in Würzburg und Leiter der dortigen Ausbildungskommunität. 2019 wurde er dann nochmals zum Provinzial gewählt, diesmal allerdings für die mittlerweile neue Provinz Wien-München. 

Der jetzige Provinzial P. Martin Leitgöb ist froh, dass sein Vorgänger bereit war, die Aufgabe als Rektor in Gars zu übernehmen: "Ich danke P. Hipp sehr herzlich für seine Bereitschaft, nach vielen verantwortungsvollen Aufgaben noch einmal neu anzufangen, und sehe darin auch ein wichtiges Beispiel der Verfügbarkeit zum Wohle der Mitbrüder und Angestellten in Gars, aber auch unserer Ordensprovinz insgesamt. Für die kommenden Jahre wünsche ich ihm Gottes Segen, das Vertrauen aller, für die er Verantwortung trägt, und nicht zuletzt eine robuste Gesundheit."

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Doktortitel mit 90 Jahren: Warum Augustin Schmied 65 Jahre an seiner Dissertation schrieb

OVB  erstellt: 23.05.2023, 05:58 UhrVon: Ursula Huckemeyer

Frisch gebackener Doktor mit 90 Jahren: Pater Augustin Schmied vom Kloster Gars hat vor wenigen Tagen seine Doktorarbeit abgegeben - nach 65 Jahren. Warum das so lange gedauert hat – und wie ihn sein Bücherregal nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit hält.

 

Dr. theol. Augustin Schmied hat mit 90 Jahren – nach 65 Jahren Arbeit – nun seine Doktorarbeit fertiggestellt. © Huckemeyer

Gars - Den Rummel um seine Person findet Augustin Schmied, frisch gebackener Doktor der Theologie, eigentlich etwas übertrieben. Andere seiner Altersgenossen, so betont der 90-jährige Redemptoristenpater, würden doch auch Leistungen erbringen. Sie besteigen hohe Berge oder betreuen ihre Urenkel. Und 95-Jährige seien am Leben, die den Zweiten Weltkrieg und das Konzentrationslager überstanden haben. Dass ein heute 90-Jähriger sein im Jahr 1958 begonnenes Doktoratsstudium nach 65 Jahren jetzt erfolgreich zum Abschluss brachte, darf aber dennoch als außergewöhnlich wenn nicht sogar als einmalig bezeichnet werden.Am Donnerstag, 11. Mai, konnte der Ordensmann bei der „defensio“ an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Innsbruck seine im November 2022 verfasste Doktorarbeit erfolgreich vorlegen. Für die heutigen Studenten sei er wohl kein Vorbild, meint Pater Schmied schmunzelnd, denn normalerweise brauche niemand sechs Jahrzehnte um eine Doktorarbeit anzufertigen. Einen Doktor-Titel hat der Redemptorist aber bereits seit 2008 in der Tasche. Damals verlieh ihm die katholisch-theologische Fakultät der Universität Erfurt für seine Verdienste die Ehrendoktorwürde. .Augustin Schmied wurde am 26. Oktober 1932 in Deutsch Wernersdorf Kreis Braunau/Böhmen geboren. Nach dem Abitur, das er in Günzburg ablegte, trat er 1952 in Gars dem Redemptoristenorden bei. „Zwei meiner Onkel gehörten bereits diesem Orden an. Wahrscheinlich gab dies für mich den Ausschlag ebenfalls Redemptorist zu werden“, glaubt Schmied. Im Jahre 1957 wurde der Ordensmann in Gars zum Priester geweiht. Weil er für ein Lehramt an der damaligen Hochschule in Gars vorgesehen war, begann Schmied 1958 in Innsbruck unter dem berühmten Jesuiten und Konzils-Theologen Karl Rahner (1904 bis 1984) sein Doktoratsstudium.

Keine Zeit für die Doktorarbeit

In diesen Studienjahren erfüllte Pater Schmied souverän alle notwendigen Voraussetzungen für die Promotion. Lediglich die Abgabe der Doktorarbeit stand noch aus. Betreut und erstbegutachtet wurde die Arbeit später vom Rahner-Experten Professor Roman Siebenrock. Bereits 1961 rief der Orden Pater Schmied wieder zurück nach Gars, um dort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule die Vorlesungen im Fach Dogmatik zu übernehmen. Da blieb keine Zeit mehr für die Fertigstellung der Doktorarbeit. Später ging es nahtlos über in die Dozententätigkeit am Institut für Lehrerfortbildung in Gars. „Das Thema der Dissertation hatte ich natürlich immer irgendwo im Hinterkopf“, bekräftigt Augustin Schmied, obwohl er sich dem Projekt, das er über Jahrzehnte als Buchmanuskript führte, oftmals gar nicht widmen konnte. Aufgrund seiner vielen Aufgaben wurde die Doktorarbeit aufgeschoben, aber niemals aufgehoben.

Der heute 90-Jährige war unter anderem lange Jahre als Schriftleiter von „Theologie der Gegenwart“, einer renommierten Fachzeitschrift für aktuelle theologische Fragestellungen tätig. Er blieb so weiterhin theologisch-wissenschaftlich am Puls der Zeit. Schmied wurde außerdem als theologischer Berater des in Würzburg angesiedelten Studienprogramms „Theologie im Fernkurs“ eingesetzt. Auch Lehrtätigkeiten an den Philosophisch-Theologischen Hochschulen in Hennef und in Sankt Augustin nahm der Pater wahr. Wie der Ordensmann erklärt: „Das von meinem Doktorvater Karl Rahner vorgeschlagene Thema für eine Dissertation Fides Implicita verlor ich niemals aus den Augen. Erst in jüngster Zeit konnte ich tatsächlich etwas Abschließendes verfassen“. Seine Dissertation erscheint demnächst in Buchform. Eine akademische Feier in Innsbruck findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Vorbild Clint Eastwood?

Nach getaner und erfolgreicher Arbeit wird dem Senior im Kloster Gars trotzdem nicht langweilig. Der belesene Herr interessiert sich für Belletristik und hier besonders für Hans-Magnus Enzensberger. „Ich meditiere gerne und unternehme Spaziergänge in unserem wunderbaren Klostergarten“, so Schmied der augenzwinkernd verrät: „Am Bücherregal in meinem Zimmer wird´s dann sportlich. Ich mache Klimmzüge, oder zumindest recke und strecke ich mich ordentlich“. Einem Tässchen Kaffee zur rechten Zeit ist der freundliche Pater auch nicht abgeneigt. Und für Clint Eastwood scheint sich Dr. theol. Schmied ebenfalls ein bisschen zu begeistern. Der Grund dafür: Wie der Garser weiß, lässt der 92-jährige amerikanische Schauspieler sein Alter gerne hinter sich und macht weiterhin einfach das, was er am besten kann. Gibt es da etwa Parallelen zwischen den beiden älteren Herren? Der Redemptorist, mit einer großen Portion Humor gesegnet, lächelt bei dieser Frage und schweigt. Was ihm aber noch wichtig ist: „Selbstverständlich bete ich mehrmals am Tag, ich bin also nach wie vor gut beschäftigt“.

 

Thema der Doktorarbeit: fides implicita.

Pater Schmied durchleuchtete in seiner Dissertation die Bedeutung der „fides implicita“, also des einschlussweisen Glaubens für den Glaubensvollzug. Gewöhnlich wird im christlichen Glauben vor allem auf  ausformulierte christliche Grundüberzeugungen verwiesen (zum Beispiel das Apostolische Glaubensbekenntnis). Aber christlicher Glaube zeigt sich auch dann als „ganzer Glaube“, wenn dieser in den vielfältigen Formen der Liturgie gefeiert wird, wenn er – auch fragend und zweifelnd – ins Gebet genommen wird, wenn aus christlichem Geist heraus heilend und heilsam auf die Menschen zugegangen wird. Hier ist ein „Fehlen“ des ausdrücklichen, satzhaften Bekenntnisses kein Minus. Diese Sicht auf den Glauben weitet diesen auf vielfältige Lebensvollzüge, die offen sind für das Geheimnis Gottes in der Welt.

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P. Dr. Joseph Mühlberger verstorben

Am 21. Dezember ist im Pflegeheim St. Michael der barmherzigen Schwestern in München unser Mitbruder P. Joseph Mühlberger im Alter von fast 82 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben. Am 29. Dezember wurde er auf dem Klosterfriedhof in Gars am Inn bestattet. Seine Berufung hat unser Mitbruder als Missionar in Japan gefunden. 

Am 17. Januar 1941 wurde Joseph in Rosenheim geboren. Zusammen mit seinen Geschwistern ist er dort aufgewachsen, besuchte die Volksschule und wechselte dann an das Gymnasium. Er wurde auf unser Internat in

Ingolstadt aufmerksam und wechselte dorthin. Nachseinem Abitur trat er in das Noviziat in Gars am Inn ein und legte am 05. September 1963 seine Ordensprofess ab. Das Studium der Philosophie und Theologie an unserer damaligen Hochschule in Gars schloss sich an. Am 29. Juni 1969 wurde er in Freising zum Priester geweiht. Bald danach wurde er in die Japanmission ausgesandt. Nach einem gründlichen Studium der japanischen Sprache wurde er als Missionar in der Pfarrseelsorge eingesetzt. Nach vielen Jahren in der Seelsorge  promovierte er in Rom zum Dr. theol. Das Thema seiner Doktorarbeit: Glaube in Japan. Zurück in Japan arbeitete Joseph vor allem in Taniyama als Seelsorger und Pfarrer. Seine musikalische Ader war ihm dabei eine große Hilfe. Über die Musik brachte er die ihm anvertrauten Menschen mit der christlichen Botschaft in Berührung. Neben all dem war er auch als Dozent für deutsche Sprache an der Universität tätig.

Nach fünfzig Jahren missionarischen Einsatzes in Japan kehrte Joseph am 22. Februar 2019 in seine Heimat zurück, schwer gezeichnet von Krankheit, angewiesen auf Hilfe und Pflege. Und da möchte ich an dieser Stelle Frau Elisabeth Hirschbold danken, die unseren Mitbruder liebevoll und aufopfernd gepflegt hat, bis seine Krankheit den Aufenthalt im Pflegeheim erforderlich machte. Trotz bester Pflege verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends. Am 21. Dezember durfte er heimgehen zu Gott, seinem Schöpfer.

Joseph möge ruhen in Frieden.

 

Bruder Paulus Listl verstorbenAm 23. August 2022 ist Bruder Paulus Listl bei einem Badeunfall gestorben.

Geboren wurde er am 28. Nov. 1933 in Niederstimm/Manching bei Ingolstadt. Zwei Tage später wurde er getauft auf den Namen Anton. Mit drei Geschwistern wuchs er auf.

 In Ingolstadt St. Anton lernte er bei einer Mission unseren Orden kennen – und ent­schied sich dafür - und trat ein in Gars. Am 29. August – vor 69 Jahren legte er seine erste Profess ab – 4 Jahre später folgte die Profess auf Lebenszeit. 15 Jahre war er in der Garser Klosterschlos­serei, eingesetzt. Danach, im Jahr 1968,  begann er  eine zweite Lehre als Elektri­ker. Diese schloss er im Februar 1971ab. In der Folge erwarb er auch die Ausbil­dungsbefugnis. Er war der Hauselektriker vom Kloster Gars  und bildete Lehrlinge aus.Schon früh hat er den Führerschein ge­macht – auch für den LKW. Als erfahrener Chauffeur wurde er auch  von P. General angefordert. So war er von 1958-62 jährlich 2 Monate in Rom. Immer wiedererzählte er davon, was er während der Zeit in Rom alles zu erledigen hatte. Er war stolz da­rauf – und lernte auch etwas italienisch. Zehn Jahre lang war unser verstorbener Mitbruder auch „Novizenbruder“ – Begleiter der Brüdernovizen. Nach 38 Jahren Gars in Gars wurde Br. Paulus für 25 Jahre nach Cham versetzt – als Hausmeister in Exerzitienhaus, Kloster und Kirche.

Seit 1984 pflegte er sein großes Hobby: Video- und Filmaufnahmen. Br. Paulus war mit seiner Familie sein Leben lang tief verbunden. Jedes Jahr weilte er zum Bartholomäusmarkt in seiner Heimat bei seinen Verwandten. So auch in die­sem Jahr. Als er an seinem ersten Urlaubstag vom Schwimmen nicht zu seinen Ver­wandten heimkehrte, fand man ihn am Abend des 23. August tot im Wasser.

Nach der Müh und Arbeit dieses Lebens ist Bruder Paulus heimgekehrt zu Gott, sei­nem Schöpfer. Er schenke ihm nun wahres Leben und ewigen Frieden in seinem Reich. R.i.P.

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Gärtner aus Leib und Seele: Ulrich Gaugele mit 88 Jahren verstorben

  • VonBruno Münch

Gars – Eine sehr große Trauergemeinde fand sich in der Pfarrkirche Gars ein, um das Requiem für Bruder Ulrich Gaugele zu begehen. Der weithin bekannte Gärtnermeister verstarb im Alter von 88 Jahren. Die Trauergemeinde begleitete ihn zu seinem letzten Weg auf den Klosterfriedhof, den Bruder Ulrich Gaugele einst selbst plante.In den Texten und Liedern des Gottesdienstes, bei dem Pater Jens Bartsch als Vertreter des Provinzials, Pater Rektor Josef Schwemmer und Pfarrvikar Andreas Krehbiel, ehemaliger Gärtnerlehrling bei Bruder Ulrich, konzelebrierten, fanden sich zahlreiche Bezüge zum Paradiesgarten und zur Bewahrung der Schöpfung, die der Verstorbene in den Mittelpunkt seines Lebens gestellt hatte.

Funk und Fernsehen berichteten über seine Arbeit

Schon zu Lebzeiten wurde dem Gründer der Gärtnerei des Klosters, die heute als „umsatzstärkste Klostergärtnerei Europas“ gilt, viel Anerkennung zuteil, Funk und Fernsehen berichteten über seine Arbeit. Josef Gaugele wurde 1934 in Nenningen/Württemberg geboren, den Ordensnamen Ulrich erhielt er, als er 1958 mit seinem Bruder Georg in Gars ins Kloster eintrat. Die Dorfleute seien entsetzt gewesen, dass gleich zwei Söhne in einen Orden eintraten und die Mutter habe gesagt, dass die Türe des Elternhauses immer offenstehe, so berichtete er später.Seinem Bruder, nicht ihm habe man zugetraut, dass er es im Kloster aushalte, aber gerade umgekehrt sei es gekommen: „Ich blieb, gehöre bis heute dazu und habe es nicht bereut“, schrieb er einmal. Auf einem Hof aufgewachsen, als Hütebub vertraut mit Kühen und als Helfer bei der Obsternte wuchs der Verstorbene früh in seine spätere Lebensaufgabe hinein.Das Lernen für die Schule erfolgte „erst am späten Abend“, aber offenbar so erfolgreich, dass er 1962/63 die Meisterschule für Gärtner in Bonn mit glänzenden Noten abschloss. Schon in den Jahren zuvor hatte er sich als Gärtnergehilfe in der Schweiz und in Schweden internationales Fachwissen angeeignet. Gärtner „aus Leib und Seele“ sei er gewesen, weit über den Ausbildungsplan hinaus habe er Wissen vermittelt und den Blick geweitet, bezeugt heute einer seiner über hundert ehemaligen Lehrlinge. Und schmunzelnd fügt er hinzu, dass Bruder Ulrich mit einem „Bombenblitz aber auch!“ seinesgleichen auch Grenzen setzen konnte. Mit seinem Ehrgeiz und seinem Einsatz, sagt man heute in der Klostergärtnerei, die etwa 16 Mitarbeiter zählte, habe er darauf geachtet, dass aus jedem „wos Gscheids worn is“.Bruder Ulrich ist es zu verdanken, dass die ursprünglich nur für den Klosterbedarf produzierende Gärtnerei an ihren heutigen Ort verlegt und ausgebaut wurde, dass Klostergarten und – friedhof gestaltet wurden und dass in jüngster Zeit der Kräutergarten beim Klostercafé entstand.

Verleihung der Goldenen Rose

Zahllose Besuchergruppen aus Nah und Fern sind seitdem von Bruder Ulrich durch Kirche und Klosteranlagen geführt und in Gartenfragen fachmännisch beraten worden. Freilich hatte Bruder Ulrich in den Anfängen Widerstände zu überwinden: Für seine Pläne musste er die eigene Ordensleitung damals erst gewinnen. Einmal bekannte er freimütig: „Wenn ich immer gehorsam gewesen wäre, hätten wir jetzt diese Gärtnerei nicht.“ Sein über die Jahre hin erfolgreiches Wirken blieb nicht verborgen und so wurde ihm 2008 die „Goldene Rose“, die höchste Auszeichnung des Bayerischen Landesverbands der Gartenbauvereine verliehen.

Über 1.500 Vorträge hat der Verstorbene gehalten

Er war Mitglied der Prüfungskommission der Meisterschule für Gärtner und ein gesuchter Referent: In etwa 1.500 Vorträgen gab Bruder Ulrich sein profundes Wissen in Gartengestaltung, Botanik und Geologie an seine Hörer weiter. Immer waren ihm die naturnahe Gestaltung von Gärten und die Bewahrung der Schöpfung wichtig.Freude machte ihm das Trompetenspiel, mit dem er einst die Gottesdienstgestaltung durch die „Garser Brüder-Band“ bereicherte. Die Klänge seiner Lieblingsstücke, das „Ave Maria“ von Gounod und „Die letzte Rose“ aus der Oper Martha begleiteten ihn jetzt auch auf dem Weg zu seinem Schöpfer.

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Pater Max Ascher verstorben

 

Im Alter von 84 ist der ehemalige Japanmissionar Pater Max Ascher aus dem Kloster in Gars verstorben.

Er wurde 1936 in Niederbayern geboren. Als Spätberufener legte er 1959 in Waldram bei München das Abitur ab und trat bei den Redemptoristen ein. Schon als Student ging er nach Japan. Er lernte die Sprache und setzte in Tokyo sein Studium fort. 1968 empfing er in Gars die Priesterweihe.

Von da an wirkte er im Missionsgebiet in Südjapan an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Aufgaben. Vor zwei Jahren kehrte er nach Bayern zurück.

 

 

 

 

P. Emmeram Trägler verstorben

In der Frühe des 02. Juni ist im Betreuungszentrum in Wasserburg P. Emmeram Trägler nach längerer Krankheit im Frieden Christi gestorben. P. Trägler gehörte zum Haus Gars. Geboren wurde er am 26. Juni 1936 in Eschelbach bei Wolnzach in der Holledau. Dort ist er zusammen mit weiteren vier Geschwistern aufgewachsen, dort ging er auch zur Schule. Sein jüngerer Bruder Ludwig war von Geburt an schwer behindert. Im Dritten Reich wurde Ludwig einfach abgeholt – bald darauf kam die Todesnachricht. Den Tod seines Bruders und besonders die Umstände seines Todes hat Emmeram sein Leben lang nicht verwunden. Als die Redemptoristen im Jahr 1949 in Eschelbach eine Mission abhielten, wurde er durch die Patres in unser damaliges Internat in Gars am Inn vermittelt. Im Herbst desselben Jahres begann Emmeram in Gars mit der ersten Klasse Gymnasium. Nach dem Abitur trat der Verstorbene 1957 bei uns ein und legte am 02. September 1958 seine Profess ab. Seine Priesterweihe erfolgte am 12. April 1964 in Gars.

Die ersten drei Jahre nach der Priesterweihe war Emmeram Präfekt im Internat, zwei Jahre in Riedlingen (Donau) und ein Jahr in Forchheim. Danach war er für sechs Jahre Kaplan in Gars. Ab 01. August 1973 war er als Pfarrer eingesetzt in Daugendorf bei Riedlingen bis Ende Juli 1989. In dieser Zeit gehörte Emmeram zum Haus Riedlingen. Nach einer Sabbatzeit in Ingolstadt wurde der Verstorbene nach Cham versetzt. Dort war er lange Jahre Krankenhausseelsorger und arbeitete mit in der Klosterkirche. Gerne war er auch im Garten tätig. Nahezu 30 Jahre verbrachte Emmeram in Cham. Mit der Zeit meldete sich das Alter mit seinen Gebrechen immer mehr, sodass er im August 2019 in die Krankenstation des Klosters Gars kam. Im Kreis der Mitbrüder hat er sich wohl gefühlt, gut versorgt von den Pflegekräften. Sein nachlassender Gesundheitszustand jedoch machte anfangs März dieses Jahres eine Verlegung ins Betreuungszentrum Wasserburg erforderlich. Etliche Krankenhausaufenthalte wurden notwendig. So kam er am 31. Mai von einem Krankenhausaufenthalt zurück ins Betreuungszentrum. Doch sein Herz war schon so schwach, dass er am 02. Juni gestorben ist, drei Wochen vor seinem 85. Geburtstag, den er jetzt in der Ewigkeit feiern darf.

Der Herr schenke ihm Heimat und ewigen Frieden!

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Auch bei Kälte und Schnee tut Mitbrüdern ein Gang an die frische Luft gut. Pater Aimer und Pater Kästner, die beide auf einen Rollstuhl angewiesen sind, brauchen dazu eine Begleitperson. Die überdachte Wandelhalle und die befestigten Wege im Klostergarten bieten sich für eine "Ausfahrt" an. Unsere Bilder zeigen P. Hans Aimer mit seinem "Chauffeur" P. Rudi Leicht und P. Fritz Kästner mit Frau Ingeborg Mittermaier.       Franz Wenhardt

 

 

      Franz Wenhardt feiert sein 40-jähriges Dienstjubiläum als Bibliothekar im Kloster Gars.

Rektor P. Sepp Schwemmer gratuliert dem Jubilar zu seinem Dienstjubiläum      und dankte ihm für die geleistete Arbeit"..

 

             

  Bei der Feier waren mit dabei P. Schmied und   die beiden früheren Mitarbeiterinnen Anna Richterstetter und Maria Schillmaier dabei. P. Anton Dimpflmaier, der das Treffen angeregt hatte, konnte wegen zweier Video-Konferenzen leider nicht kommen.                                                                                Fotos: Angela Strecker

 

 

 

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 Br. Kilian Döll

Bruno Döll wurde geboren am 11. März 1929 in Prappach/Haßfurt. Einen Tag später wurde er getauft. Und sein Name Bruno deutet schon die gläubige Familie an – und seine Beheimatung in der Diözese Würzburg. Bruno: einer der heiligen Bischöfe von Würzburg. Mit seinen Geschwistern Regina und Leo wurde er groß – und arbeitete mit in der Landwirtschaft. Sozusagen als Spätberufener kam er mit 28 Jahren zu uns nach Gars. Hier lernte er die Gärtnerei und machte am 2. September 1958 seine Profess. Sein Ordensname: Kilian! Der Provinzial regte ihn dazu an. Kilian der Patron seiner Heimat-Diözese Würzburg. Ja, Bruno/Kilian, ein  Franke durch und durch – dazu auch sangesfreudig – das können die Franken besonders! Zuerst hatte er in Riedlingen 2 Jahre auszuhelfen. Dann nochmals 6 Jahre Gars. Und dann fast 30 Jahre – fast ein Drittel seines Lebens – Ingolstadt: Gärtner, Mesner, Aushilfskoch und Hausmeister. 4 Jahre davon war auch ich dort mit ihm zusammen; erlebte ihn wie er auch in der Pfarrei St. Pius fest mithalf als Kommunionhelfer und im Kirchenchor. Es folgte der Wechsel ins Kloster Bickesheim – unweit vom Rhein. Eine Marienwallfahrt. Für Kilian klar: Kontakte in die Pfarrei hinein und Kirchenchor – und natürlich der geliebte Garten.. Als das Bickesheimer Kloster aufgelöst wurde zog Kilian um nach Cham. Schon hochbetagt – half er immer noch gerne im Garten. – Vor 5 Jahren zog er hierher nach Gars in die Krankenstation. Vor Gars hatte er schon mehrere Krankenhausaufenthalte – und auch hier .Der Krebs setzte ihm zu. Immer mehr brauchte er Hilfe. Dann kam die Corona dazu – und das Krankenhaus wieder – und die Besuchbeschränkungen: Allein ist er hinübergegangen! Die Krankenschwester in Mühldorf fand ihn friedlich und entspannt entschlafen am Mi, den 11. November – 91 Jahre wurde er alt.

Am 27. November 2020 starb P. Hans Schenk

P. Hans Schenk. Geboren wurde er am 8. Juli 1930 in Dalkingen, nicht weit von unserm Schönenbergkloster. Schon als Kind hat er die Wallfahrt und die Mitbrüder dort kennengelernt. 3 Geschwister waren es, der Vater Schneidermeister. Er verhinderte damals den Besuch des Gymnasiums, damit der Bub nicht vom Nazi-Geist angesteckt würde. So lernte unser Hans beim Vater das Schneiderhandwerk! Erst 1950 kam er als Spätberufener nach München ins Schloß Fürstenried zum Gymnasium. 5 Jahre später hatte er sein Abitur – und trat bei uns ein. Am 2. September 1956 machte er seine 1. Profess – und dann sein Theologiestudium an unserer hiesigen Ordenshochschule. Am 28. April 1963 wurde er von Julius Kardinal Döpfner zum Priester geweiht.Es folgten 23 Jahre im Kloster Deggendorf. P. Schenk entwickelte sich beliebten und geschätzten und gesuchten Beichtvater. Natürlich gehörten auch Aushilfen in der Umgebung dazu.In ähnlicher Aufgabe wirkte er dann 9 Jahre in Forchheim – von 87 bis 96. Dann wurde er ins Kloster Cham gerufen – und übernahm für 7 Jahre die Krankenhausseelsorge. Nochmal ein Wechsel führte ihn für 5 Jahre nach Planegg ins Waldsanatorium als Hausgeistlicher für das große Altenheim der Barmherzigen Schwestern. Heute noch sind Mitbrüder dort in der Betreuung und Seelsorge. Seit September 2008 gehörte er zu uns hier in Gars. Soviel der äußere Ablauf.Seine freundliche und liebenswürdige Art hatte eine große Ausstrahlung! Bis nach Belgien war er beliebt, wenn er bei Besuchen bei seiner Schwester in der Gemeinde auch seelsorglich wirkte. Die „Belgier“ versicherten mir, dass sie in Gedanken dabei sind! Als gelernter Schneider war er sehr akkurat und auf Ordnung bedacht – und auch bedächtig und vorsichtig – und etwas langsam: Jetzt pressiert’s – jetzt muaß i langsam doa. So einer seiner Sprüche. Und ein anderer, der den gleich Zug unterstreicht: Jetzt muaß i erst überlega, was i denka muaß. – Das führte dann auch dazu, dass er sich selbst erkennend über sich sagen konnte: Andere verzählat Witz – mir passierat se. – Hans war sehr interessiert und belesen – auch an Sprachen interessiert. P. Arima aus Japan war mit ihm im Noviziat. So lernte er 3 Jahre Japanisch, um in die Japanmission zu gehen. Eine Krankheit verhinderte das. !Eifrig – und einigermaßen fit – konnte er heuer seinen 90-iger feiern. Dann kam für uns die Corona-Zeit. Er war einer der beiden, die nicht angesteckt waren! Und trotzdem hatte er da auch besonders zu leiden! Am vergangenen Freitag abends – noch vor dem zu Bett gehen – hat der Herr ihn heimgeholt. Erst am Samstag früh haben wir es entdeckt.   (Statio beim Requiem / P. Schwemmer)

 

  OVB 08.12.2020

 Am 23. November 2020  ist Pater Leonhard Behr aus dem Kloster Gars mit 82 Jahren an Corona-Infektion verstorben

  • vonBruno Münch

Seine Mitbrüder, die Redemptoristen aus dem Kloster Gars, Ordensschwestern aus den Klöstern Wang und Au am Inn sowie Angehörige des Verstorbenen feierten mit Rektor Pater Josef Schwemmer das Requiem für Pater Leonhard Behr, der in seinem 82. Lebensjahr an einer Corona-Infektion verstorben ist. Pater Behr, 1939 in Salmanskirchen, Pfarrei Lohkirchen geboren, wuchs auf dem Dorf auf, besuchte das Internat der Redemptoristen in Gars und trat nach seinem Abitur im Jahr 1958 in den Orden ein. Danach absolvierte er sein Theologiestudium ebenfalls in Gars an der ordenseigenen Hochschule und wurde am Hochfest Peter und Paul 1965 im Alter von 26 Jahren von Kardinal Julius Döpfner in München zum Priester geweiht. Nach ersten Einsätzen als Kaplan in Forchheim, Stuttgart und im geistlichen Zentrum Schönenberg/Ellwangen wurde er Volksmissionar: Elf Jahre lang besuchte er vom Kloster Ingolstadt aus Pfarrgemeinden im ganzen süddeutschen Raum, in denen er Gemeindemissionen und Exerzitien hielt. „Vor allem war der „Hardl“ Jugendmissionar“, teilte sein Mitbruder Pater Josef Schwemmer in seiner Ansprache mit. Gründlich habe er sich immer auf die Begegnungen mit den Jugendlichen vorbereitet. Mit Symbolen, markanten Geschichten, Meditationen und gut gewählten geistlichen Impulsen, oft auch im Dialekt, habe es der Hardl immer verstanden, Jugendliche, aber auch Erwachsene anzusprechen.Weitere elf Jahre war Pater Behr im Kloster Cham tätig, wo er neben seinen Einsätzen als Volksmissionar auch noch die Aufgabe übernahm, in Lohberg im Bayerischen Wald Wochenendexerzitien für junge Soldaten der Bundeswehr abzuhalten. Etwa zehn Kurse hielt er im Jahr. „Noch viel intensiver als in seiner Arbeit mit Jugendlichen konnte er den jungen Männern Wichtiges für ihr Leben und für ihren Glauben mitgeben. Da war er in seinem Element – unübertroffen!“, stellte Pater Schwemmer weiter fest. Auf die Jahre im Kloster Cham folgten für Pater Behr 27 Jahre wieder in Heimatnähe, im Kloster Gars, geprägt von Arbeit in der Seelsorge: Sonntags- und Beichtaushilfen sowie Beerdigungen in der Umgebung gehörten zu seinen Aufgaben.Mit zunehmendem Alter bedrängten Pater Behr gesundheitliche Probleme, sodass er die Dienste der Krankenstation des Klosters in Anspruch nehmen musste. Einen eigenen Stil habe er gepflegt, „immer voll informiert, mit eigenen, kritischen Überlegungen – meist im Dialekt“, bescheinigt ihm sein Mitbruder Schwemmer. Es gab Christen, die zu Pater Behrs Gottesdiensten fuhren, weil er im Dialekt predigte.Für Zuversicht auf das Kommende sprach sich Pater Schwemmer aus und zitierte dazu Worte des Paulus aus dem 2. Korintherbrief: „Wir wissen: wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel. Wir sind also immer zuversichtlich“.Ein anderer Mitbruder fasst seine Zuversicht in Worte: Beim Herrn wird er jetzt seinen Frieden gefunden haben.

 

   Pater Rudolf Oberle gestorben

 Völlig unerwartet starb am 29. Oktober im Kloster Gars Pater Rudolf Oberle. Noch beim Abendessen in der Gemeinschaft saß er mit am Tisch. Die Mitbrüder sahen zwar, dass es ihm nicht gut ging, aber mit einem so schnellen Sterben rechnete niemand. In der Frühe des nächsten Tages fand man ihn tot. Eigentlich hatte er sich als Zelebrant für die Konvent-Messe eingetragen und er wäre wie immer am Freitagvormittag zum Pfortendienst eingeteilt gewesen. Pater Oberle war trotz seiner 85 Jahre bis zuletzt in der Seelsorge tätig, hielt Gottesdienste im Haus und in der Umgebung. Als Beichtvater war er gefragt, unter anderem bei den Franziskanerinnen in Au am Inn. Lange Jahre zelebrierte er bei den Missionsschwestern in Stadl. Diese verabschiedeten ihn zwei Tage vor seinem Sterben. Geboren und aufgewachsen ist Pater Oberle in Würmersheim bei Karlsruhe, nicht weit von unserem ehemaligen Kloster Maria Bickesheim in Durmersheim entfernt. Als Bub musste er Fliegerangriffe erleben, statt dem Unterricht in der Schule suchte man Zuflucht im Keller. „Von plötzlich auftauchenden Tieffliegern wurden wir gejagt,“ schreibt er in seinen Kindheitserinnerungen, und von der Bombardierung seines Heimatortes, bei der auch das Haus seines Vaters zerstört wurde.Zusammen mit seinem gleichaltrigen Verwandten Leonhard Dunz wechselte er nach Kriegsende im September 1946 ins Internat nach Gars. Nach dem Abitur 1956 in Forchheim traten beide gemeinsam in den Orden ein und empfingen 1963 die Priesterweihe. Mehrmals war Pater Oberle in Cham stationiert. Als Präses der Marianischen Männerkongregation hatte er ein wichtiges Amt inne, war Krankenhaus-Seelsorger und sechs Jahre Hausoberer (Rektor). Seit 2002 gehörte Pater Oberle zum Haus Gars. Neben den turnusmäßigen Gottesdiensten und diversen Aushilfen in Pfarreien der Umgebung gestaltete er zweimal im Jahr ein Besinnungswochenende für den „Freundeskreis Alfons Liguori“, als „Krankenpater“ organisierte er Messfeiern in der Krankenstation. Bis noch vor wenigen Jahren war er im Wechsel mit anderen Mitbrüdern als Hausgeistlicher im Waldsanatorium der Barmherzigen Schwestern in Planegg tätig. Der „Rudi“ stand bis ins hohe Alter für vielerlei Dienste zur Verfügung, möge der Herr ihm diesen Einsatz jetzt im Himmel vergelten.

Franz Wenhardt

 

 

 

  aus "Briefe an unsere Freunde"

 

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© OVB  (im Juli 2013)       Umbau / Neubau des Gymnasiums Gars

Gars/Mühldorf - Die Sanierung des Gymnasiums in Gars beginnt frühestens 2016 und soll etwa 14 Millionen Euro kosten. Im Zentrum der Maßnahme stehen der Abbruch eines Klostergebäudes im Nordosten des Schulgeländes und der Wiederaufbau für die Schule. Laut Landrat Huber wird es durch die Arbeiten keine Beeinträchtigung des Schulbetriebs geben. 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Landrat Huber betonte, in die Planungen seien Klosterverwaltung und Schulleitung eingebunden und wehrte sich damit gegen Vorwürfe, der Landkreis handele ohne Zusammenarbeit mit den Zuständigen vor Ort.

Gars Bürgermeister Norbert Strahllechner begrüßte die Sanierung zwar grundsätzlich, zeigte sich aber enttäuscht vom Baubeginn erst in drei bis vier Jahren. Huber nannte die Bausubstanz in Gars schlechter als erwartet, deshalb sei die Entscheidung für den deutlich teureren Neubau gefallen.

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 Von Kloster Gars aus erscheint die Zeitschrift der Redemptoristen, die „Briefe an unsere Freunde“. Das Blatt kommt sechsmal im Jahr heraus, umfasst 16 Seiten. Darin erscheinen Artikel spiritueller Art sowie Berichte aus dem Leben der Gemeinschaft. Die Leser können einen Blick hinter Klostermauern werfen und erfahren Persönliches aus dem Leben der Patres und Brüder. Verantwortlich für den Inhalt ist Pater Josef Steinle. Er wurde 1943 in Agawang bei Augsburg geboren. Während seiner Jahre am Gymnasium wohnte er in Internaten der Redemptoristen. 1965 begann er in Gars das Noviziat und das Studium der Theologie. 1973 empfing er die Priesterweihe und ist seitdem als Seelsorger tätig, als Gemeindemissionar, Exerzitienleiter und auf zahlreichen Aushilfen in der Umgebung der Klöster. Eine journalistische Ausbildung erhielt er als Stipendiat beim ifp München und in Praktikas bei verschiedenen Redaktionen. Zur Redaktion der „Briefe an unsere Freunde“ gehören Robert Koller, Ingolstadt, der für die Technik und das Layout zuständig ist, sowie Franz Wenhardt, der Bibliothekar des Klosters Gars.

Das Blatt wird von der „Versandstelle der Briefe“ vertrieben.

Dies besorgen Edeltraud Jegl (rechts) und Anna Richterstetter.